Leoš Janáček: Vater unser, Glagolitische Messe

Samstag, 16.11.2019 - 20:00 - 21:30 Uhr

Camilla Nylund (Sopran), Daniela Sindram (Alt)
Robert Künzli (Tenor), Tobias Schabel (Bass)
Bachchor Hannover
Bremer Philharmoniker
Leitung: Jörg Straube
VVK (zzgl. Gebühren) & Abendkasse: € 7,- bis 45,-

 

Musik als dionysisch-christlicher Ausbruch:
Janáček zeigt den Leuten, wie man mit dem Herrgott spricht
Geboren in ärmlichen Verhältnissen, überwand Leoš Janáček (1854-1928) mit Fleiß, Begabung und Entschlossenheit die Not seiner Jugend und studierte an der slawischen Lehrerbildungsanstalt und an den Konservatorien in Leipzig und Wien. Janáček war Zeit seines Lebens politisch engagiert und kämpfte gegen soziale Ungerechtigkeit. Seine Komposition des Vater Unser (1901) für Tenor solo, gemischten Chor, Harfe und Orgel ist ein einzigartiges Ausdrucksmittel für sein soziales Engagement. Beispielhaft ist der dramatische Schrei nach dem täglichen Brot, der musikalisch im Schlusssatz aufgenommen wird und damit vorausweist auf die Glagolitische Messe, die 1926 uraufgeführt wurde. Janáček komponiert nicht den lateinischen, sondern den altkirchlichen slawischen Text, dessen Klang an seine Muttersprache erinnert. Sprachduktus, musikalische Nachzeichnung menschlicher Rede, Steigen und Fallen im Sprechton, rhythmische Variation und reiche Klangfarben sind Bausteine dieser beiden geistlichen Werke. Die Glagolitische Messe ist kein kirchliches Werk im üblichen Sinn, obwohl ihr Text dem Messtext entspricht. Der Name bezieht sich auf die altslawische Schrift, nicht aber auf die Sprache selbst. Janáček erkannte, dass ihm die Vertonung der altslawischen Sprache die Möglichkeit bot, sich schöpferisch den geistigen Wurzeln des Slawentums und damit seiner nationalen Identität anzunähern. Die Glagolitische Messe ist keine demütige Anbetung, sondern ein Lobgesang voll Lebensoptimismus. Janáček sagte: Ich höre im Tenorsolo einen Hohepriester, im Sopransolo einen mädchenhaften Engel, im Chor unser Volk. Die abschließende instrumentale Intrada leitet über zu einem Fest des Lebens.

 

 

 

Veranstaltungsort: Marktkirche Hannover
(Karte)



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