Konzert

J.S. Bach: Matthäus-Passion

Freitag, 14.04.2017 - 19:30 Uhr

Johann Sebastian Bach: Passio D.N.J.C. secundum Matthaeum, BWV 244

Katherine Manley, Sopran
Christian Rohrbach, Altus
Johannes Strauß, Evangelist
Zachary Wilder, Tenor
Henryk Böhm, Jesus
Martin Achrainer, Bass
Bachchor und Bachorchester Hannover,
Kinderchor der Marktkirche,
Ltg. Jörg Straube

VVK und Abendkasse: 7,- bis 39,- €

Das Konzert findet auch am Donnerstag, 13. April, 19.30 Uhr statt.


Musizierte Passion in der Karwoche: Die Matthäuspassion in der Marktkirche

Bereits Ende des 17. Jahrhunderts bildeten Passionsvertonungen nach den biblischen Texten über Leiden und Tod Jesu Christi als frei nachgedichtete Oratorien den Mittelpunkt des Vespergottesdienstes am Karfreitag. In den Hauptkirchen Leipzigs wurden musizierte Passionen erst kurz vor dem Amtsantritt Johann Sebastian Bachs als Thomaskantor Bestandteil des Gottesdienstes. 1723 führte Bach dort seine erste eigene Passionsvertonung nach dem Johannes-Evangelium auf. Bereits 1727 lag seine „Passio Domini nostri J. C. secundum Evangelistam Mattheum“ vor, die nicht nur im engeren Umfeld Bachs als „Große Passion“ bezeichnet wurde. Ein großes Werk ist die Matthäuspassion in mehrfacher Hinsicht: durch die doppelchörige Anlage mit zwei Chören und zwei Orchestern schöpfte Bach die damals in Leipzig vorhandenen Möglichkeiten fast vollständig aus. Zudem sind in der Matthäuspassion alle damals gebräuchlichen kompositorischen Formtypen und Stilmittel vereinigt, und das Werk berührt unmittelbar durch seine tiefe Emotionalität und Ausdruckskraft.

Rezitative und Arien bereichern die Musik um die Dramatik der barocken Oper. Der Evangelist „erzählt“ die Handlung in den Worten des biblischen Textes. Mit schlichten vierstimmigen Choralsätzen und groß angelegten Chören greift Bach auf die Tradition der protestantischen Kirchenmusik zurück: der Chor kommt als andächtig lauschende Gemeinde zu Wort. In den großen Chorsätzen vereinen sich alle musikalischen Kräfte. Die Turbae, die mehrstimmigen dramatischen Chöre sind dem Volk vorbehalten, das aus den verschiedenen Perspektiven der Jünger, der Hohepriester und Schriftgelehrten, der fanatischen Zeitgenossen vielfältig Stimmungen ausdrückt. Dramatische Einzelszenen sind durch kontemplative Einschübe voneinander getrennt, sei es durch Arien (nach den Texten von Christian Friedrich Henrici, genannt Picander) oder durch Choralstrophen, die dem Publikum Möglichkeit zu kurzem Innehalten und Nachempfinden verschaffen. Dass der Choral „Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen“ dreimal erklingt, bildet eine formale und thematische Klammer für die gesamte Passion und steigert ihre Eindringlichkeit.

Nach dem Tode Bachs gerieten seine Passionen in Vergessenheit. Der Komponist Carl Friedrich Zelter, Freund und Zeitgenosse Goethes und Leiter der Berliner Singakademie, fürchtete gar, sie seien alle verschollen. Erst in den 1820er Jahren, als das Publikumsinteresse an den großen barocken Chorwerken zunahm, wurden sie „wiederentdeckt“ und schließlich durch Felix Mendelssohn Bartholdy mit so großem Erfolg aufgeführt, dass Johann Sebastian Bachs Matthäuspassion fortan als „das Erhabenste, was die protestantische Kirchenmusik hervorgebracht hat“ galt.

bachchor-hannover.de

Veranstaltungsort: Marktkirche Hannover
(Karte)



Losung
des Tages




Marktkirchennewsletter

Kirchenmusiknewsletter

Spenden

Kontakt

Impressum

Sonntag, 26.02.2017, 10:00 Uhr
Estomihi: Gottesdienst
Predigt Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann


Finissage zur
zur Ausstellung frauenORTE Niedersachsen - Über 1000 Jahre Frauengeschichte
Mittwoch, 22.02.2017, 18:00 Uhr

Kirche erkunden:
Kirchenführung
Samstag, 25.02.2017, 12:00 Uhr

Orgelkonzert
Friedhelm Flamme (Dassel)
Samstag, 25.02.2017, 18:00 Uhr

Vernissage
zur Ausstellung "mager oder fett"
Mittwoch, 01.03.2017, 17:00 Uhr

Kirche erkunden:
Kirchenführung
Samstag, 04.03.2017, 12:00 Uhr